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Aktuelles aus Dobbrikow: Radweg, Fossilien und Elche

Aktueller Planungsstand Radweg an der L 73!

Auf der Bauausschusssitzung der Gemeinde am 25.08.2020 wurde mitgeteilt, dass die Baumaßnahmen in mindestens 3 Bauabschnitten durchgeführt werden soll , beginnend in Luckenwalde. Der Erwerb der Grundstücke und die Umsetzung naturschutzrechtlicher Erfordernisse (Baumrodungen und Umsiedlungsmaßnahmen für Vögel und Fledermäuse) müssen zwingend bis Ende Februar 2021 durchgeführt, da die vorgegebene Zeitenschiene der Förderung (Bauende 30.06.2022) eingehalten werden muss.

Vorgespräche zur Zustimmung der Eigentümer liegen größtenteils vor und sollen durch das Plangenehmigungsverfahren durch das Landesamt für Bauen und Verkehr beschleunigt werden.

Doch schon jetzt steht fest, dass das Vorhaben nicht wie gewünscht umgesetzt werden kann. Zuerst werden wohl erstmal die ersten beiden Abschnitte von Luckenwalde über Berkenbrück bis Hennickendorf gebaut werden können. Insbesondere der 3.Bauabschnitt zwischen Hennickendorf und Dobbrikow macht den Planern erhebliche Sorgen, weil hier das Pfefferfließ und naturschutzfachlich hochwertige Flächen gequert werden müssen. Dies dürfte die Kosten weiter nach oben treiben und den Zeitplan sprengen.

Weinberg Dobbrikow: Geschiebefund mit fossilienhaltigen Kalken aus dem Silur

Nach Einschätzung des LBGR Brandenburg handelt es sich bei dem Fund vom Weinberg Dobbrikow um ein Geschiebe aus dem Paläozoikum. Er gelangte mit der Saale-Vereisung von der Ostsee nach Dobbrikow.

Stratigraphie / Paläogeographie: Silur, vermutlich Ober-Silur / Schelf von Baltica

Lithologie: bioklastischer Kalkstein

Leitgeschiebe: vermutlich Roter und Grauer Beyrichienkalk / Ostsee zwischen Schweden und Estland

Die Besonderheit des Fundes besteht wegen seiner Größe und seiner Vielfalt an Fossilien, die eine Rekonstruierbarkeit der Paläoökologie am Meeresgrund des Schelfs vom ehemaligen Kontinent Baltica zur Zeit des Silur an einem Stück ermöglichen.

Dobbrikow ist Elcheinstandsgebiet

Seit drei Jahren ist Dobbrikow Schwerpunkt im Einstandsgebiet eingewanderter Elche (vgl. HNE Eberswalde, 2019).

Das Einstandsgebiet wird im Wesentlichen durch die L 73, die B 246 und K 7220 begrenzt. Die Elche queren dabei immer häufiger stark frequentierte, öffentliche Straßen. Elch Berts Streifzüge werden mit einem GPS Sender verfolgt. So sind 212 Straßenquerungen zu verzeichnen (vgl. HNE Eberswalde, 2019).

Unfälle mir Elchen sind besonders schwerwiegend, wie Erfahrungen in Skandinavien lehren. Es besteht eine erheblich höhere Gefahr für Leib, Leben und Güter als bei einem Unfall mit anderen Schalenwildarten. Ein Verkehrszeichen, dass vor die Straße wechselnde Elche wie in Skandinavien warnt, ist in Deutschland nicht bekannt. Das StVO Zeichen 142-10 – Wildwechsel - dürfte dem vermutlich ungenügend Rechnung tragen, da es sich vermutlich nur auf die bisher bekannten Schalenwildarten wie Rehwild, Schwarzwild, Damwild und Rotwild bezieht.

Der für die Kreisstraße zuständige Landkreis Teltow-Fläming sah nun Handlungsbedarf und brachte an der Nettgendorfer Straße (K 7219) ein Hinweisschild an, welches den Fahrzeugführern anzeigt, dass sie in das Elch-Einstandsgebiet einfahren.  Zwischenzeitlich entwendet, jedoch nach kurzer Zeit wieder zurückgebracht, wurde es erneut am Ortseingang Dobbrikow angebracht.

Offen bleibt, warum die für die Verkehrssicherheit zuständige Behörde keine Schilder an der stark frequentierten Landesstraße L 73 anbringt. Immerhin beträgt die Verkehrsstärke hier 2.435 Fahrzeuge/24-h (LS Brandenburg, 2015).